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Bern - Mittelland Gallo-Römische Zeit

Vitrine encastrée et parc du Moossee

Der Einbaum vom Moossee ist das älteste in der Schweiz gefundene Boot. Er wurde 2011 bei Ausgrabungen im Strandbad durch den Archäologischen Dienst des Kantons Bern entdeckt. 

Der aus Lindenholz gefertigte Einbaum ist mindestens 5,80 m lang und 50 cm breit. Er stammt aus der Mitte des 5. Jahrtausends v. Chr. und ist rund 6500 Jahre alt. In anderen Regionen der Welt werden Einbäume teilweise bis heute hergestellt und gebraucht, etwa von indigenen Völkern in Ozeanien, Afrika oder Südamerika. 

Vorgehen

Informationen für die Lehrpersonen 

Die vorliegenden Lernaufgaben fokussieren auf die Vorgehensweise und Methodik der Archäologinnen und Archäologen bei der Entdeckung, der Ausgrabung und der Untersuchung sowie der Deutung des Einbaums.  

Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler den «Forschungsweg» vereinfacht und altersgerecht innerhalb von rund 2,5 Stunden nacherleben können.  

Die Exkursion führt die Schulklasse zu zwei Stationen, wobei auf folgende Ziele fokussiert wird: 

  • Station 1 (Aussichtsplattform am See): Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die Landschaft, die naturräumliche Situation und die Veränderungen in diesem Raum. Sie suchen nach Spuren im Gelände, stellen Vermutungen an zur Fundentdeckung und lernen den Entdecker der Fundstelle am Moossee kennen. 
Station 1: Aussichtsplattform am Moossee. © Anna Barbara Widmer
  • Station 2 (Einbaumvitrine und Park am Moossee): Die Schülerinnen und Schüler betrachten, vermessen und beschreiben den Fund. Sie versuchen den Fund zu deuten und zu bewerten.
Station 2: Einbaumvitrine. © Anna Barbara Widmer
Station 2: Park am Moossee mit Blick auf die Fundstelle des Einbaums beim Strandbad. © Anna Barbara Widmer 
  • Der Park am See bietet Platz zum vertieften Arbeiten und Pause machen. Sitzgelegenheiten und Tische aus Holz sind vorhanden. WC-Anlagen befinden sich auf dem Parkplatz beim Strandbad. 
Station 2: Park am Moossee. © Anna Barbara Widmer
Sitzgelegenheit und Tisch im Park am Moossee. © Anna Barbara Widmer

Vorbereitung Schülerinnen und Schüler 

Die Schülerinnen und Schüler sollen dem Fund unvoreingenommen begegnen und ähnlich den Archäologinnen und Archäologen den «Forschungsweg» gehen können. Es genügt, die Lernenden zu informieren, dass ein archäologischer Lernort besichtigt wird. Dabei kann das Begriffspaar «archäologische Fundstelle» und «Archäologischer Lernort» folgendermassen erklärt werden: Eine archäologische Fundstelle ist ein Ort, wo Spuren des Menschen aus früheren Zeiten entdeckt worden sind. Der Ort (Fundort / Fundstelle) ist von Archäologinnen und Archäologen untersucht. Bei der Ausgrabung tragen sie Schicht für Schicht Erde ab und dokumentieren (zeichnen, fotografieren, beschreiben), was sie dabei beobachten. Sie analysieren und vergleichen die Fundsituationen im Boden und die aufgesammelten Fundstücke (etwa Gebäudereste, Gegenstände) mit denen anderer Fundstellen und deuten die Resultate (Auswertung). Ein Ziel ist es, damit das (tägliche) Leben der früheren Menschen zu rekonstruieren. Werden diese Ergebnisse didaktisch für Schulklassen aufbereitet, wird aus der archäologischen Fundstelle ein Archäologischer Lernort.

Vorbereitung Lehrperson 

Die Exkursion eignet sich besonders als Einstieg (Konfrontation) in das Arbeiten im Kompetenzbereich NMG 9 des Lehrplans 21 «Zeit, Dauer und Wandel verstehen – Geschichte und Geschichten unterscheiden» oder als Input während der Bearbeitung dieses Themas in der Schule. Eine Nachbearbeitung (Synthese, Transfer) im Unterricht wird empfohlen (vgl. weiterführend).  

Der Forschungsweg kann von den Schülerinnen und Schüler am besten nachvollzogen werden, wenn Begriff und Bild des Einbaums erst beim Klassengespräch zum Handlungsaspekt 3, «Archäologische Spuren deuten», eingeführt wird. 

Aus praktischen Gründen ist es sinnvoll, für die Schülerinnen und Schüler als Ergänzung zu den bereitgestellten Arbeitsblättern (vgl. Download) ein Forschungsheft zusammenzustellen. So können die Lernenden ihre Beobachtungen, Zeichnungen und Gedanken während der Exkursion festhalten und in der Schule weiterverarbeiten.  

Nach der Bearbeitung gewisser Aufträge in Zweier- bis Dreiergruppen sollten Klassengespräche stattfinden, in welchen die Beiträge der Schülerinnen und Schüler ergänzt und zusammengefasst werden. Dafür stehen für die Lehrperson am Ende der vier Handlungsaspekte Zusammenfassungen und unter Download und Bilder weiteres Bildmaterial zur Verfügung.

Weg Bahnhof – Station 1 (Aussichtsplattform): 10 min  Bearbeitung Fragen, Aufträge und Lernaktivitäten, ggf. Input  Dauer: 30 min  Ort: Station 1 (Aussichtsplattform) Material: Karte und Luftbild (Download) Ggf. Hintergrundinformationen zu «Johannes Uhlmann» (Download
Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die Landschaft und Fundstelle, die naturräumliche Situation und die Veränderungen in diesem Raum. Die Lernenden erhalten von der Lehrperson einen Input zu den Entdeckungen am Moossee respektive zur Forschungsgeschichte. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Stichworte zu den Fragen notieren. Auf der Aussichtsplattform stehen zwei grosse Bänke zur Verfügung, welche die Lernenden kniend als Schreibtische oder als Sitzgelegenheiten benutzen können. Nach der Bearbeitung der Aufträge 1 bis 3 sollen in einem Klassengespräch die Beobachtungen und Überlegungen der Lernenden zusammengetragen werden. Nach dem Klassengespräch können die Schülerinnen und Schüler den Auftrag 4 in Angriff nehmen. 
Station 1: Aussichtsplattform am Moossee. © Anna Barbara Widmer

Fragen und Vermutungen

Wo befinden wir uns? Was hört und seht ihr? Könnt ihr euch vorstellen, wie diese Landschaft vor 6500 Jahren ausgesehen haben könnte? Könnten vor 6500 Jahren bereits Menschen an diesem See gelebt haben? Wovon haben sie sich ernährt und wie haben sie gewohnt? Was ist von diesem Leben heute noch als Spuren im Gelände zu erkennen?  

Aufträge und Lernaktivitäten

  1. Bevor ihr mit dem Erkunden beginnt, schaut zusammen auf der Landkarte nach, wo ihr seid, und sucht auf der Karte die eingezeichnete Fundstelle. Könnt ihr feststellen, wo ihr euch jetzt genau befindet? 
  2. Betrachtet das Flugbild und vergleicht es mit dem Kartenausschnitt: Was ist dabei hilfreicher für euch?  
  3. Besprecht mit Hilfe der Karte und des Luftbildes die Fragen und notiert euch Stichworte dazu. 
  4. Sucht während der Exkursion immer wieder geeignete Fotostandorte. 

Wo befinden wir uns? 

Die Klasse befindet sich auf einer Aussichtsplattform, die zum Rundweg Moossee gehört. Auf dem Rundweg finden sich Informationsstelen am Wegrand, welche über die Entstehung, die Geschichte und die Topografie der Landschaft sowie die Nutzung des Sees und die Tier- und Pflanzenwelt rund um den Moossee Auskunft geben (vgl. https://www.moosseedorf.ch/de/freizeit/rundweg-moossee/). 

Was hören und sehen wir? 

Hören: Autobahn, Entengeschnatter, je nach Jahreszeit das Quaken von Fröschen,… 

Sehen: See mit Wasserpflanzen und Schilfzonen, Insekten, Autobahn, Bauernhäuser am Ufer, Stall und Weide… 

Sah diese Landschaft auch vor 6500 Jahren so aus? 

Vor 6500 Jahren existierte kein einziges der heute sichtbaren Gebäude. Ebenso fehlte die Autobahn.  

Bereits vorhanden war der See mit der Urtenen, die sowohl Hauptzufluss (im Westen) als auch Abfluss (Richtung Nordosten) ist. Der See ist während der Rückzugsphase des Gletschers in der letzten Eiszeit entstanden. Damals bestand die Landschaft aus sanft geformten, bis zu 15 m ansteigenden Hügeln. Um den See lagen Feuchtgebiete mit kleinen Tümpeln und sumpfigem Boden. Der Moränenhügel bei Hofwil und die Hänge südwestlich des Moossees sind reich an Quellen. Mehrere Bächlein führten über Wiesen in den See. Das Rekonstruktionsbild gibt einen Eindruck, wie die jungsteinzeitliche Landschaft am Moossee ausgesehen haben könnte. Inzwischen wurde dieses Gebiet umfassend entsumpft (melioriert) und die Hügellandschaft ist heute wegen des Kiesabbaus zu einem guten Teil verschwunden. Ein Vergleich mit einem Bild der heutigen Landschaft verdeutlich die Jahrtausende dauernde Entwicklung seit der Jungsteinzeit. 

Könnten vor 6500 Jahren bereits Menschen an diesem See gelebt haben? Wovon haben sie sich ernährt und wie haben sie gewohnt? Was ist von diesem Leben heute noch als Spuren im Gelände zu erkennen?  

Wahrscheinlich sind die Lernenden enttäuscht, dass nichts auf frühere Menschen hindeutet. Einige werden darauf kommen, dass über die Spuren der früheren Menschen mit der Zeit «Gras» gewachsen ist und sich diese im Boden befinden.  

Sofern man etwas entdeckt hat, wie könnte das geschehen sein? 

Eventuell sind die Lernenden bereits bei anderen Gelegenheiten mit Archäologie in Berührung gekommen und wissen, dass bei Baustellenarbeiten Funde zu Tage kommen können. Vielleicht wissen sie sogar, dass es eine kantonale Fachstelle gibt – den Archäologischen Dienst des Kantons Bern –, welche in solchen Fällen zugezogen werden muss und die Untersuchungen im Boden (archäologische Ausgrabungen) durchführt. 

Optionaler Input durch Lehrperson 

Als Vertiefung kann die Lehrperson einen Input geben zur Entdeckung der Fundstelle im 19. Jahrhundert (Download: «Johannes Uhlmann, der Entdecker der Pfahlbauten am Moossee»). 

Weg Station 1 zu Station 2: 5 Minuten  Bearbeitung Fragen, Aufträge und Lernaktivitäten  20 min  Ort: Station 2 (Park am Moossee / Einbaumvitrine) Material: Arbeitsblatt 1 «Untersuchung des Objekts in der Vitrine» (Download) Ggf. Fotos Einbaum in Fundlage und nach Konservierung (Bilder) Ggf. Material Tipp zur Veranschaulichung 
Die Schülerinnen und Schüler betrachten, vermessen und beschreiben das Objekt in der Vitrine. In diesem Teil erfolgt die Konfrontation mit dem Fundobjekt. Es ist wichtig, dass die Lernenden die Einbaumvitrine (Pavillon) und die Informationstafeln vorher nicht auf eigene Faust erkunden. Als Einführung in diesen Teil kann die Lehrperson darauf hinwiesen, dass sich im Pavillon das kleinste Museum der Schweiz befindet. Darin ist ein Fundobjekt ausgestellt, das die Archäologen und Archäologinnen bei der Ausgrabung 2011 entdeckt haben. Damit die Schülerinnen und Schüler dem Objekt unvoreingenommen begegnen können, ist darauf zu achten, dass im Pavillon die Informationen zum Einbaum mit grossen Post-it abgeklebt werden. Zudem sollten die Schülerinnen und Schüler die Startknöpfe der Animationen in der Einbaumvitrine während ihren Erkundungen nicht betätigen. Die Lernaktivitäten sind auf die begrenzten Platzverhältnisse in der Einbaumvitrine ausgerichtet. Es ist empfehlenswert, immer nur maximal zwei Gruppen den Eintritt für die angegebene Dauer in den Pavillon zu gewähren (eventuell Zeit stoppen). Die Einträge auf dem Arbeitsblatt können ausserhalb der Einbaumvitrine getätigt werden. Nach der Bearbeitung der Aufträge 1 bis 6 und des Arbeitsblattes 1 «Untersuchungen des Objekts» sollen in einem Klassengespräch die Lösungen kurz verglichen werden. 
Station 2: Einbaumvitrine. © Anna Barbara Widmer
Station 2: Einblick in die Einbaumvitrine mit dem Einbaum rechts. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Fragen und Vermutungen

Was ist in der Vitrine im Pavillon zu sehen? Welche Form und welche Farbe hat das Objekt in der Vitrine? Aus welchen Materialien besteht das Objekt? Warum liegt es in einer Vitrine? 

Aufträge und Lernaktivitäten

  1. Geht ein erstes Mal in den Pavillon hinein und betrachtet das Objekt in der Vitrine. Achtet dabei auf seine Form und die Farbe. 
  2. Beschreibt nach der Besichtigung des Pavillons die Form und die Farbe des Objektes in der Vitrine. Benutzt dazu die Tabelle des Arbeitsblattes 1. Malt mit Farbstift die Objektzeichnung aus. 
  3. Geht ein zweites Mal in den Pavillon und messt die Länge des Objekts, indem ihr eure Schritte zählt. Schätzt die Breite und die Dicke des Objektes. Als Masse benutzt ihr die Handspanne und die Fingerbreite.  
  4. Nach der Besichtigung messt ihr euren Schritt mit dem Doppelmeter und rechnet aus, wie viele Meter und Zentimeter das Objekt lang ist. Das Gleiche könnt ihr mit der Handspanne und der Fingerbreite machen. Tragt eure Berechnungen, Resultate und Schätzungen in die Tabelle des Arbeitsblattes 1 ein.  
  5. Geht ein drittes Mal in den Pavillon hinein und betrachtet das Objekt. Achtet auf das Material und überlegt, warum das Objekt in einer Vitrine untergebracht ist.  
  6. Notiert nach der Besichtigung eure Vermutungen zum Material und der Unterbringung des Objekts in der Tabelle des Arbeitsblattes 1. 

Die Lernenden stellen kurz ihre Lösungen vor (für die Lehrperson zur Inspiration findet sich eine ausgefüllte Version des Arbeitsblattes 1 unter Download). 

Warum liegt das Objekt in einer Vitrine? 

Das Objekt ist aus Holz. Organisches Material wie Holz zersetzt sich im Boden normalerweise und erhält sich nur in feuchter oder ganz trockener Umgebung oder in Eis über längere Zeit. 

Das Objekt hatte Glück – es lag im Boden unter dem Grundwasserspiegel und damit in feuchter Umgebung (Foto Einbaum in Fundlage). Die Archäologinnen und Archäologen hatten ebenso Glück – ein solcher Fund ist sehr selten und eine Sensation. 

Foto des Objekts, wie es während der Ausgrabung gefunden wurde. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Marco Amstutz. 

Am Moossee führt der wassergesättigte Boden sehr wenig Sauerstoff. Nur wenige Mikroorganismen (Bakterien und Pilze), welche die Zersetzung der Holzstruktur vorantreiben, können hier überleben. Deshalb zersetzt sich das Holz nur langsam. Durch die Sättigung mit Wasser bleiben Form und Grösse der Holzobjekte stabil. Der Fund war darum bei der Entdeckung nicht nur nass, sondern auch weich. Trocknet ein solches Objekt unkontrolliert, schrumpft es, erhält Risse und verliert seine Form. Schon auf der Grabung musste es deshalb ständig feucht gehalten werden.  

Tipp zur Veranschaulichung: 
Die Lehrperson kann zur Demonstration eine Woche vor der Exkursion kleine Holzstücke in Wasser einlegen, am besten in einem verschlossenen Marmeladenglas. Die Stücke quellen im Wasser auf (Poren füllen sich mit Wasser). Ein Stück sollte zwei Tage vor der Exkursion aus dem Glas zum Trocknen gelegt werden. Wenn dieses Holzstück an der Luft trocknet, schrumpft es und bekommt Risse. Falls das Glas nicht luftdicht abgeschlossen ist und das Holz nicht vollständig im Wasser liegt, wird das Holz schimmlig (Pilzbefall). 
Objekt nach der Konservierung in einem spezialisierten Labor für Nassholz. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner 

Darum muss das Objekt in einer Vitrine ausgestellt werden, in welcher eine immer gleiche Luftfeuchtigkeit und Temperatur herrscht. Zudem darf nur wenig UV-Strahlung in den Pavillon gelangen. 

Bearbeitung Aufträge, Lernaktivitäten und Gruppenarbeiten und Klassengespräche  10 min Aufträge 13  10 min Klassengespräch, Teil 1  20 min. Gruppenarbeiten A und B (Film/ Schnitzen)  10 min Klassengespräch, Teil 2  Ort: Station 2 (Park am See / Einbaumvitrine) Material: Rekonstruktionszeichnung Einbaum und Fotos Bearbeitungsspuren und Äxte/Beile (Bilder) Arbeitsblätter 2 und 3 (Download) Lösungen Arbeitsblätter 2/3 (Download) Gruppenarbeit A: Föhren- (Kiefer-), Linden- und Eichenholz: Äste, Stäbe, Leisten oder kleine Platten. Durch Lehrperson vorgängig beschafft bei Gärtner/Schreiner/Baumarkt Gruppenarbeit A: eigenes Sackmesser von Schülerin/Schüler Gruppenarbeit B: Smartphone oder Tablets, Film «Kanu belong Keram» auf Youtube: (https://www.youtube.com/watch?v=_MSeum8Ip4k
Die Schülerinnen und Schüler versuchen das Objekt in der Vitrine zu deuten: Erhaltung von Holz (organischem Material) in feuchtem Boden Konservierung von Nassholz Vergleich: Vegetationsgeschichte (Verknüpfung Biologie) Vergleich: Ethnologie (Film «Kanu belong Keram») Vergleich: Experimentalarchäologie (Testen) Vergleich: Bearbeitungsspuren auf datierten Funden Nach der Bearbeitung der Aufträge 1 bis 4 sollen in einem Klassengespräch die Lösungen kurz verglichen werden und die drei ersten Fragen beantwortet werden: Wie hat das Objekt wohl ursprünglich ausgesehen? Wofür könnte das Objekt verwendet worden sein? Warum ist das Objekt nicht mehr in seiner originalen Form erhalten? Die Aufträge 5–7 respektive 8–10 können in zwei Gruppen bearbeitet werden. Gruppenarbeit A (Holzarten testen durch Schnitzen mit dem Sackmesser). Die Gruppenarbeit A ist motorisch sicheren Schülerinnen und Schülern zu empfehlen und ist anspruchsvoller als die Gruppenarbeit B. Die Gruppenarbeit A braucht eine enge Begleitung der Lehrperson oder einer Begleitperson. Für die Lernenden sind klare Instruktionen, eine kurze Einführung zum sicheren Schnitzen und gewisse Regeln hilfreich (Abstand halten zum nächsten Lernenden; Schnitzbewegungen immer in Richtung vom Körper weg ausführen; nicht mit offener Klinge herumgehen). Ein Erste-Hilfe-Kit sollte für alle Fälle bereitgehalten werden. Erkenntnisse werden eingetragen in das Arbeitsblatt 2 «Holzarten testen» und die Spalte 3 des Arbeitsblatt 3 «Materialien und Werkzeuge für die Herstellung eines Einbaums in der Steinzeit». Gruppenarbeit B (Film «Kanu belong Keram»). Die Gruppenarbeit B führen die Lernenden in Zweier- bis Dreiergruppen mit Hilfe eines Smartphones oder eines Tablets durch. Der Kurzfilm findet sich auf Youtube mit dem Titel «Kanu belong Keram» oder über den Link: https://www.youtube.com/watch?v=_MSeum8Ip4k. Die Lehrperson kann den Lernenden einen Hotspot geben oder vorgängig den Film auf Tablets herunterladen. Der Kurzfilm wurde 2014 im Gebiet des Keram-Flusses in Papua-Neuguinea gedreht und zeigt die Herstellung eines grossen Einbaums. Obwohl zeitlich und regional anders einzuordnen als der Moossee-Einbaum, verweisen die Aufnahmen auf das erforderliche Wissen, die präzise Technik und die notwendige Kooperation zwischen den Männern, um ein solch grosses Werk zu realisieren. Erkenntnisse werden eingetragen in Arbeitsblatt 3 «Materialien und Werkzeuge für die Herstellung eines Einbaums in der Steinzeit» (ohne die Spalte 3). 

Fragen und Vermutungen

Wie hat das Objekt wohl ursprünglich ausgesehen? Wofür könnte das Objekt verwendet worden sein? Warum ist das Objekt nicht mehr in seiner originalen Form erhalten? Aus welcher Holzart besteht das Objekt? Wo fanden die Menschen den dafür benötigten Rohstoff?  

Was braucht es für Materialien und Werkzeuge, um das Objekt herzustellen?  

Was braucht es für Fähigkeiten, Können und Techniken, um ein solches Objekt anzufertigen? Wer hat es für wen hergestellt? Wie lange dauerte es wohl, bis das Objekt erstellt war? 

Aufträge und Lernaktivitäten

  1. Überlegt euch, wie das ursprüngliche Objekt ausgesehen hat und wozu es verwendet wurde? 
  2. Besprecht eure Vermutungen, warum das Objekt nun nicht mehr in seiner ursprünglichen Form erhalten ist.  
  3. Wie stellt ihr euch das ursprüngliche Objekt vor? Zeichnet eure Lösungen.  
  4. Vergleicht eure Lösungen untereinander und nachher mit der Rekonstruktionszeichnung der Fachleute in der Einbaumvitrine. 

Wie hat das Objekt wohl ursprünglich ausgesehen? Wofür könnte das Objekt verwendet worden sein? Warum ist das Objekt nicht mehr in seiner originalen Form erhalten? 

Zuerst kann die zweite Frage beantwortet werden: es ist ein Boot, ein sogenannter Einbaum. Darauf sind die Archäologinnen und Archäologen gekommen, weil früher an und in Seen schon andere Einbäume entdeckt worden sind. Zudem wurden hölzerne Paddel entdeckt. Es gibt noch heute Menschen, die Einbäume bauen und benutzen. Hier am Moossee dürfte das Wasserfahrzeug vorwiegend für den Fischfang auf dem offenen Wasser benutzt worden sein. Auf Flüssen und grösseren Seen diente der Einbaum zum Waren- und Personentransport. 

Bei der Ausgrabung und der Konservierung hat man herausgefunden, wie das Boot ursprünglich ausgesehen hat. Das Boot war mindestens 5,80 m lang und 50 cm breit, der Boden etwa 3 cm dick. Der ausgehöhlte Baumstamm lag umgekehrt im Boden. Durch den Druck der Jahrtausende darüber lagernden Erde ist die linke Bordwand flachgedrückt und die rechte nach innen umgeklappt (Rekonstruktionszeichnung Einbaum). 

Rekonstruktionszeichnung des Einbaumes. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Max Stöckli 

Gruppenarbeit A: 

  1. Testet durch Schnitzen mit dem Sackmesser die Holzarten Föhre (Kiefer), Linde und Eiche. 
  2. Studiert und füllt das Arbeitsblatt 2 «Holzarten testen» aus. 
  3. Bearbeitet beim Arbeitsblatt 3 die Spalte 3, «Materialien und Werkzeuge für die Herstellung eines Einbaums in der Jungsteinzeit». 

Gruppenarbeit B: 

  1. Schaut den Film «Kanu belong Keram». Der Film wurde 2014 im Gebiet des Keram-Flusses in Papua-Neuguinea aufgenommen und zeigt die Herstellung eines grossen Einbaums. 
  2. Bearbeitet dazu das Arbeitsblatt 3 ohne die Spalte 3, «Materialien und Werkzeuge für die Herstellung eines Einbaums in der Steinzeit».  
  3. Vergleicht nach dem Film eure Lösungen miteinander. 

Aus welcher Holzart besteht das Objekt? Wo fanden die Menschen den dafür benötigten Rohstoff?  

Die Lernenden, welche verschiedene Hölzer mit Schnitzen bearbeitet haben, können mit Hilfe des Arbeitsblattes 2 über die drei Holzarten informieren und ihre Testresultate und ihre Vermutungen zur Holzart des Einbaums vorstellen. Lösungen für die Lehrperson finden sich in den ausgefüllten Arbeitsblättern unter Download

Ergänzungen durch die Lehrperson: 

Der Einbaum vom Moossee besteht aus einem Lindenstamm, dessen Wurzelansatz am Heckende (Schlussteil des Bootes) erhalten ist.  

Mit der Analyse des Holzes konnte zudem das Alter des Holzes (mit der Radiokarbonmethode) auf 6500 Jahre bestimmt werden (um 4500 v. Chr.). Der Fund vom Moossee ist damit der älteste bekannte Einbaum der Schweiz.  

Die ältesten bekannten Einbäume Europas sind rund 10 000 Jahre alt und stammen aus der Mittelsteinzeit (Mesolithikum, 9500–5500 v. Chr.). Sie wurden aus Föhren (Kiefern) gefertigt. Das war damals eine häufige Baumart. Nach der letzten Eiszeit breiteten sich in der Landschaft im Zuge der Klimaerwärmung in Europa lichte Wälder aus Birken und Kiefern aus (ab etwa 12600 v. Chr.). Mit dem weiteren Steigen der Temperaturen entstanden dichte Laubwälder aus Eiche, Ulme, Ahorn, Linde und an feuchteren Stellen Eschen. Ab dieser Zeit treten in Europa als Holzart für Einbäume Laubhölzer in den Vordergrund. Später, ab der Bronzezeit (2200–800 v. Chr.) sind die Einbäume vorwiegend aus Eiche gebaut. 

Die Menschen nutzten Bäume aus der näheren Umgebung als Rohstoff, so dass sie keine langen Transportwege hatten. Die Verfügbarkeit des Rohstoffes war sicher ein wichtiger Faktor für dessen Wahl.  

Bei den Tests habt ihr festgestellt, dass Eiche schwieriger zu bearbeiten ist als Linde, da das Holz härter ist. Ein weiterer Faktor für die Wahl des Rohstoffes ist also die Bearbeitbarkeit. 

Warum ausgerechnet die Linde und nicht eine andere Baumart anstelle der Eiche ausgewählt worden ist, wissen wir nicht genau. Dazu müssten weitere Tests durchgeführt werden (Experimentelle Archäologie). Vielleicht sprach das Gewicht, der lange, gerade Stamm, die Haltbarkeit oder die Schwimmfähigkeit des Lindenholzes unter anderem für deren Verwendung. 

Was braucht es für Materialien und Werkzeuge, um das Objekt herzustellen?  

Die Schülerinnen und Schüler haben mit dem Sackmesser gearbeitet und wohl gemerkt, dass man damit beim Bootsbau nicht weit kommt. 

Die Lernenden, welche den Film gesehen haben, können ihre Resultate mit Hilfe des Arbeitsblattes 3 vorstellen. Lösungen für die Lehrperson finden sich in den ausgefüllten Arbeitsblättern unter Download

Ergänzungen durch die Lehrperson: 

Im Gegensatz zu heute kannten die Menschen in der Steinzeit noch keine Werkzeuge aus Metall. Wie der Name Steinzeit sagt, wurden viele Werkzeuge aus Stein hergestellt. Zudem standen weitere Materialien wie Holz, Geweih und Knochen von Tieren für Werkzeuge zur Verfügung. 

Oft finden sich auf Einbäumen aus der Jungsteinzeit Schlagspuren von Beilen mit scharf geschliffenen Klingen aus Stein (Foto Bearbeitungsspuren, Nr. 1).

Bearbeitungsspuren auf Einbäumen: links von Steinbeilen (Jungsteinzeit), Mitte von Bronzebeilen (Bronzezeit) und rechts von Eisenäxten (Eisenzeit). Fotos aus: Arnold 1985, S. 99, Abb. 1–3. 

In der Jungsteinzeit war das Steinbeil ein wichtiges Werkzeug. Mit ihm wurden Wälder gerodet, Bäume für den Haus- und Gerätebau gefällt und bearbeitet. Im Film ist zu sehen, wie die Handwerker an die einzelnen Arbeiten angepasste Beilformen benutzen. Aus der Jungsteinzeit sind viele Beiltypen bekannt: grosse, schwere Äxte mit langen Griffen für grobe Arbeiten, kurze, leichte Handbeile oder Dechsel mit zum Griff quer stehender Klinge für die Feinbearbeitung. 

Der Griff (Holm) wurde oft aus zähem Eschenholz, die Klinge aus geschliffenem Stein gefertigt. Es gab aber auch Äxte, die einfacher herzustellen sind. Sie waren aus Hirschgeweih gemacht und funktionierten genauso gut wie die aus Stein. 

Die Formen variieren nicht nur wegen der unterschiedlichen Verwendung, sondern sie waren auch einer technischen Entwicklung unterworfen (Fotos jungsteinzeitliche Arbeitsbeile und Dechsel). 

Jungsteinzeitliche Arbeitsbeile und Dechsel. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha, und Laténium, Parc et musée d’archéologie de Neuchâtel, Hauterive, Marc Juillard. 

Noch in der Jungsteinzeit entstanden Beilklingen aus Kupfer, in der Bronzezeit aus Bronze und in der Eisenzeit schliesslich aus Eisen (Fotos bronzezeitliche und eisenzeitliche Äxte). 

Bronzezeitliche und eisenzeitliche Äxte. © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha (Foto links); Vouga 1923, Taf. 43,5.8 (Fotos rechts). 

Das knotige Wurzelholz mit unterschiedlichen Wuchsrichtungen beim Einbaum vom Moossee deutet darauf hin, dass der Baum nicht mit der Axt gefällt wurde, sondern auf natürliche Weise umstürzte, vielleicht bei einem Sturm. 

Verschiedene verkohlte Stellen könnten auf ein Aushöhlen mithilfe von Feuer und Glut zurückgehen. Eventuell wurde die Oberfläche dem Feuer ausgesetzt, um sie vor Parasiten zu schützen, wie es im Film gezeigt wird. Gerade Lindenholz ist anfällig auf Insekten- und Pilzbefall.  

Was braucht es für Fähigkeiten, Können und Techniken, um ein solches Objekt anzufertigen? 

Lösungen zu Arbeitsblatt 3: Fähigkeiten, Können und Techniken, um ein solches Objekt anzufertigen? (Spalte 4) 

  • Wissen über den Rohstoff Holz und seine Bearbeitung 
  • Wissen, wie Werkzeuge hergestellt werden können und welche Rohstoffe sich dafür eignen 
  • Ausdauer und Kraft 
  • Geschick und Erfahrung 
  • eine gut organisierte Gruppe 

Wer hat es für wen hergestellt? 

Wie der Film zeigt, ist eine gut organisierte Gruppe an der Herstellung des Einbaumes beteiligt. Das kann auch für den jungsteinzeitlichen Bootsbau vermutet werden. Ob das Boot der ganzen Gruppe gehört oder für eine Person hergestellt wurde, wissen wir nicht. 

Aus mehreren Fundstellen sind Miniatureinbäume bekannt. Vielleicht handelte es sich dabei um Spielzeuge für Kinder. 

Wie lange dauerte es wohl, bis das Objekt erstellt war? 

Es gibt Forscherinnen und Forscher, die versuchen, Funde nachzubilden und Gegenstände so herzustellen, wie es die Menschen früher taten (Experimentalarchäologie). Sie experimentieren und forschen, indem sie zum Beispiel Einbäume aus einem Baumstamm mit jungsteinzeitlichen Werkzeugen herzustellen versuchen. Dabei hat man herausgefunden, dass schon das Fällen eines Baumes mit einem genügend grossen Umfang je nach Erfahrung mindestens eine halbe Stunde dauert. Wie lange es dauert, bis aus einem Baumstamm ein fahrtüchtiges Boot hergestellt ist, hängt von der Grösse des Einbaums, der Anzahl der Arbeitskräfte und dem Geschick sowie der Erfahrung der Bootsbauer ab. Andere Faktoren sind Holzarten und Werkzeuge. Sicher muss mit mehreren Tagen Arbeit gerechnet werden. 

Bearbeitung Aufträge und Lernaktivitäten  Dauer: 10 min  Ort: Station 2 (Park am See / Einbaumvitrine)  Weg Park am Moossee – Bahnhof:  Dauer: 10 min Material: Bearbeitete Unterlagen Handlungsaspekte 1–3 
Die Schülerinnen und Schüler versuchen einen Aspekt zu bewerten. Der Handlungsaspekt 4 kann alternativ auch im Klassenzimmer durchgeführt werden. Unter «Vertiefung» und «Weiterführung» finden sich ausgewählte Angebote zur archäologischen Vermittlung und zu Museen, zu Filmen und zu Websites sowie zu Literatur und zu Lehrmitteln. 

Fragen und Vermutungen

Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind zwischen früheren und heutigen Booten/Schiffen und deren Nutzung zu beobachten?  

Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten finden sich zwischen der heutigen und früheren Bautechnik von Booten/Schiffen?  

Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten finden sich zwischen den heutigen und früheren Werkzeugen (etwa dem Beil)? 

Was hat man zur Lebensweise (Ernährung, Wirtschaftsweise…) durch den Einbaumfund herausgefunden? Wie? 

Was hat man zur Lebensgemeinschaft der Hersteller des Einbaumes vom Moossee herausgefunden (Umgang miteinander, Organisation, Hierarchien, Männer, Frauen und Kinder)? Wie? 

Aufträge und Lernaktivitäten

  1. Sucht auf dem Zeitstrahl möglichst genau die Epoche, welche zu diesem archäologischen Fundort passt. 
  2. Wählt eine der obigen Fragen aus, die ihr in der Schule vertiefen wollt. Sammelt in der Einbaumvitrine und an den Informationsstelen im Park dazu nochmals Informationen und notiert eure Gedanken. 

Vertiefung vor Ort

  • Wahrnehmen der Umgebung durch einen Besuch des Strandbades Moossee. 
  • Wanderung auf dem Rundweg um den Moossee oder Velotour um den Moossee. 

Vertiefung im Schulzimmer

  • Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Erlebnisse und Erkenntnisse und überarbeiten ihre Unterlagen bzw. ggf. ihr Forschungsheft. Ausgehend davon bearbeiten sie die beim Handlungsaspekt 4 «archäologische Spuren bewerten» von ihnen gewählte Frage. Sie verarbeiten und ergänzen dabei ihre Vermutungen, Überlegungen und Resultate zu den Aufträgen und Lernaktivitäten (Beobachtungsnotizen, Zeichnungen, Pläne, Fotos, Erlebnisse und Schlüsse) der Exkursion. Als Präsentationsformen eignen sich Memoflip, Minibook, Poster, Exkursionsbericht (weitere Ideen vgl. https://www.iqesonline.net). 
  • Die Schülerinnen und Schüler machen eigene Recherchen zu folgenden weiterführende Fragen: 
    • Was weiss man sonst über die Jungsteinzeit?  
      • Wo gibt es bedeutende Fundstellen der Jungsteinzeit? 
      • Worauf stossen die Forscherinnen und Forscher bei archäologischen Ausgrabungen jungsteinzeitlicher Fundorte und was finden sie? 
      • Was verraten die Fundsituationen und die ausgegrabenen Funde über das Leben der Menschen und die Gesellschaft in der Jungsteinzeit (Wohnen, Nahrung, Hausrat, Kleidung, Werkzeuge und Waffen, Schmuck…)? 
      • Welchen Beitrag dazu leistet die Erforschung des Einbaums vom Moossee? 
    • Wie funktioniert archäologische Forschung vor 170 Jahren (zu Zeiten Uhlmanns) und heute? 
  • Vertiefung in die Rekonstruktion von Vergangenheit (NMG 9.3) und archäologischen Quellen etwa mit dem Archäologiekoffer (Ideenset Pfahlbau) und/oder einem Museumsbesuch. Auseinandersetzung mit dem Zeitbegriff, der Zeit als Konzept und der Nutzung des Zeitstrahls (NMG.9.1), mit der Rekonstruktion von Vergangenheit (NMG 9.3) und mit Dauer und Wandel (NMG 9.2) mittels dem didaktisch aufgearbeiteten Lernarrangements wie «Zeitreise – Von Wandel und Dauer erzählen» von Katharina Kalcsics (2019; vgl. Lehrmittel). 
  • Technisches Gestalten: In Seeufersiedlungen sind verschiedentlich Miniatureinbäume entdeckt worden. Eine Anleitung zum Schnitzen eines solchen Minieinbaums findet sich auf der Website Kinderoutdoor (https://kinderoutdoor.de/2017/05/kinder-schnitzen-einen-einbaum-mit-ausleger/). 

Archäologische Vermittlung und Museen 

  • Aussenstelle des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern:Das von Rütte-Gut in Sutz am Bielersee beherbergt mit der Tauchbasis und dem Dendrolabor eine Aussenstelle des Archäologischen Dienstes. Gleichzeitig ist es Standort der jungsteinzeitlichen «Pfahlbau»-Fundstelle Sutz-Lattrigen, Rütte, die seit 2011 Unesco-Welterbe ist. Dieser Archäologie-Hotspot kann von Schulklassen ab dem Zyklus 2 im Rahmen einer 90-minütigen Führung besucht werden. Diese wird vom Partner ur.kultour durchgeführt. 
    https://www.kultur.bkd.be.ch/de/start/dienstleistungen/dienstleistungen-archaeologie/fuehrungen.html
  • Im Archäologischen Lernort Sutz-Lattrigen, Rütte erfahren Schulklassen, wie die archäologische Fundstelle aus der Jungsteinzeit mit Unesco-Welterbe-Status entdeckt wurde und heute erforscht wird. Den Archäologischen Lernort können Schulklassen mit Hilfe didaktischer Unterlagen auf eigene Faust erkunden. Die Lernmaterialien wurden in Kooperation zwischen dem Archäologischen Dienst des Kantons Bern und der PHBern entwickelt. 
    https://archaeologie.ideenset.ch 
     
    Im Norden von Bern liegen die beiden Archäologischen Lernorte Römerbad auf der Engehalbinsel und Theater auf der Engehalbinsel. Bei einem Besuch können Schulklassen die gut erhaltenen Ruinen dieser wichtigen römischen Bauwerke erkunden und erfahren alles zur über 2000 Jahre alten Kleinstadt auf der Engehalbinsel. 
    https://archaeologie.ideenset.ch/romerbad-auf-der-engehalbinsel/ 
    https://archaeologie.ideenset.ch/theater-auf-der-engehalbinsel/
  • Im Bernischen Historischen Museum (BHM) befinden sich in der reichhaltigen Dauerausstellung viele jungsteinzeitliche Funde aus dem Kanton Bern. 
    https://www.bhm.ch/de/besuch/schulen 
  • Das Neue Museum Biel (NMB) besitzt Funde aus den Anfängen der Pfahlbauforschung am Bielersee und präsentiert diese immer wieder in Sonderausstellungen. Themen-Workshops und pädagogische Führungen für Schulklassen oder Gruppen auf Anfrage. https://www.nmbiel.ch 
  • In der Pfahlbausiedlung Wauwil wurden die ältesten Pfahlbauhäuser der Schweiz nachgebaut. Der Archäologische Lernpfad und die Pfahlbausiedlung können ohne Führung frei besichtigt werden. Die Pfahlbauhäuser sind für Schulklassen mit einer Führung oder einem Workshop zugänglich. 
    https://www.pfahlbausiedlung.ch 
  • Das Village lacustre de Gletterens am Neuenburgersee bietet Einblicke in rekonstruierte Pfahlbauhäuser und bietet Workshops für Schulklassen zur Jungsteinzeit an. 
    https://www.village-lacustre.ch

Filme: 

Websites: 

Literatur und Lehrmittel: 

Mitnehmen

  • Bleistift, Farbstifte (vor allem verschiedene Brauntöne) und Radiergummi 
  • Klemmbrett als Unterlage 
  • eventuell Fotoapparat 
  • Smartphone oder Tablet 
  • Klappmeter 
  • Sackmesser 
  • eventuell Kompass 
  • Bild- und Kartenmaterial: ausgedruckt und eventuell laminiert (Download
  • Arbeitsblätter 1–3 (Download
  • Lösungen der Arbeitsblätter 1–3 (Download
  • grosse Post-it oder Blätter zum Abkleben der Informationen in der Einbaumvitrine 
  • eventuell Glasbehälter (etwa altes Marmeladeglas mit verschraubbarem Deckel) mit in Wasser eingelegtem Holz (vgl. 2. archäologische Spuren handelnd erschliessen) 
  • Für Gruppenarbeit A (3. archäologische Spuren deuten): Föhren- (Kiefer-), Linden- und Eichenholz: Äste, Stäbe, Leisten oder kleine Platten. Bezugsquelle: Gärtner, Schreiner, Baumärkte  
  • Für Gruppenarbeit B (3. archäologische Spuren deuten): eventuell Tablets 
  • Zeitstrahl (Download

Bilder

Download

    Anreise

    Anreise mit der RBS bis Moosseedorf (Linie Bern – Solothurn). Ab dem Bahnhof Moosseedorf geht man Richtung Restaurant «Seerose» und zweigt ausserhalb des Dorfes zur Aussichtsplattform ab (10 Minuten). 

    Der Weg von der Aussichtsplattform bis zum Park mit Einbaumvitrine ist Teil des Rundweges «Moossee» (10 Minuten). Beim Fischzentrum zweigt ein kleiner Pfad Richtung See ab. Der Schlussteil des Weges bis zum Park führt parallel zum See auf einem lauschigen Pfad aus Holzschnitzeln. 

    Der Weg vom Park zum Bahnhof ist ausgeschildert (10 Minuten). 


    CC-BY-SA
    Konzept: ADB und PHBern
    Didaktische Überlegungen: Anna Barbara Widmer, ADB, und Martin Furer und Pascal Piller, PHBern
    Texte: Anna Barbara Widmer, ADB
    Wissenschaftliche Inhalte, Korrektorat: Anna Barbara Widmer und Andrea Lanzicher, ADB, und Brigitte Andres, ADB
    Titelbild: Anna Barbara Widmer