Die aus grossen Steinblöcken zusammengefügte jungsteinzeitliche Grabanlage («Dolmen») überdauerte Jahrtausende dank ihrer geschützten Lage im Schwemmfächer des Mühlebachs am Rand des Dorfkerns von Oberbipp. Nur ein kleines Stück der mächtigen Deckplatte der Grabanlage ragte aus einer Weide und störte beim Mähen. Beim Versuch, diesen Stein zu entfernen, wurde das ausserordentlich gut erhaltene Kollektivgrab 2011 entdeckt.
Vorgehen
Vorbereitung
Informationen für die Lehrpersonen
Die vorliegenden Lernaufgaben fokussieren auf die Vorgehensweise und Methodik der Archäologinnen und Archäologen bei der Entdeckung, der Ausgrabung und der Untersuchung sowie der Deutung des Dolmens. Auf was achten sie? Welche Arbeitsschritte sind in welcher Reihenfolge erforderlich? Welche technischen Hilfsmittel sind notwendig? Welche Analyseverfahren machen Sinn? Welche Resultate ergeben sich aus den Untersuchungen? Wie sind neue Erkenntnisse einzuordnen und zu deuten?
Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler den «Forschungsweg» vereinfacht und altersgerecht innerhalb von rund 2 Stunden nacherleben können.
Die Exkursion führt die Schulklasse zu drei Stationen, wobei auf folgende Ziele fokussiert wird:
- Station 1a, beim Bahnhof Oberbipp mit Blick auf die Fundstelle: Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die Landschaft und Fundstelle, die naturräumliche Situation und die Veränderungen in diesem Raum.

- Station 1b, bei der Fundstelle an der Steingasse: Die Schülerinnen und Schüler suchen nach Spuren im Gelände und stellen Vermutungen an zur Fundentdeckung und zum Umstand, warum die Fundstelle im Boden verborgen war.

- Station 2, Rekonstruktion bei der Kirche Oberbipp: Die Schülerinnen und Schüler ertasten, vermessen und zeichnen die Steinkammer. Sie versuchen die Anlage zu deuten und zu bewerten.

Die Distanz vom Bahnhof zur Kirche Oberbipp beträgt um die 400 m. Bei knappen Zeitverhältnissen können Station 1a weggelassen und die Aufträge bei Station 1b bearbeitet werden.
Vorbereitung Schülerinnen und Schüler
Die Schülerinnen und Schüler sollen der Fundstelle unvoreingenommen begegnen und ähnlich den Archäologinnen und Archäologen den «Forschungsweg» gehen können. Es genügt, die Lernenden zu informieren, dass eine zum Lernort aufgewertete archäologische Fundstelle besichtigt wird. Dabei kann das Begriffspaar «archäologische Fundstelle» und «Archäologischer Lernort» folgendermassen erklärt werden: Eine archäologische Fundstelle ist ein Ort, wo Spuren des Menschen aus früheren Zeiten entdeckt worden sind. Der Ort (Fundort/Fundstelle) ist von Archäologinnen und Archäologen untersucht. Bei der Ausgrabung tragen sie Schicht für Schicht Erde ab und dokumentieren (zeichnen, fotografieren, beschreiben), was sie dabei beobachten. Sie analysieren und vergleichen die Fundsituationen im Boden und die aufgesammelten Fundstücke (z. B. Gebäudereste, Gegenstände) mit denen anderer Fundstellen und deuten die Resultate (Auswertung). Ein Ziel ist es, damit das (tägliche) Leben der früheren Menschen zu rekonstruieren. Werden diese Ergebnisse didaktisch für Schulklassen aufbereitet, wird aus der archäologischen Fundstelle ein Archäologischer Lernort.
Vorbereitung Lehrperson
Die Exkursion eignet sich besonders als Einstieg in das Arbeiten im Kompetenzbereich NMG 9 des Lehrplans 21 «Zeit, Dauer und Wandel verstehen – Geschichte und Geschichten unterscheiden» oder als Input während der Bearbeitung dieses Themas in der Schule. Eine Nachbearbeitung (Synthese, Transfer) im Unterricht wird empfohlen (weiterführend).
Der Forschungsweg kann von den Schülerinnen und Schüler am besten nachvollzogen werden, wenn Begriff und Bild des Dolmens erst beim Klassengespräch zum Handlungsaspekt «Archäologische Spuren deuten» eingeführt wird.
Aus praktischen Gründen ist es sinnvoll, für die Schülerinnen und Schüler als Ergänzung zu den bereitgestellten Arbeitsblättern (Download) ein Forschungsheft zusammenzustellen. So können die Lernenden ihre Beobachtungen, Zeichnungen und Gedanken während der Exkursion festhalten und in der Schule weiterverarbeiten.
Nach der Bearbeitung gewisser Aufträge in Zweier- bis Dreiergruppen sollten Klassengespräche stattfinden, in welchen die Beiträge der Schülerinnen und Schüler ergänzt und zusammengefasst werden. Dafür stehen für die Lehrperson am Ende der vier Handlungsaspekte Zusammenfassungen und unter Download und Bilder weiteres Bildmaterial zur Verfügung.
Der Lernort befindet sich am Rand des Friedhofes. Die Schülerinnen und Schüler sollten auf ein angemessenes Verhalten aufmerksam gemacht werden.
Der Spielplatz an der Steingasse (zwischen Kirche und Bahnhof Oberbipp) bietet Platz zum vertieften Arbeiten und Pause machen.
WC-Anlagen stehen bei der Treppe zur Kirche oder beim Bahnhof zur Verfügung.
1. archäologische Spuren forschend wahrnehmen
| Station 1a (Bahnhof Oberbipp) Bearbeitung Fragen, Aufträge und Lernaktivitäten und Klassengespräch Dauer: 20 min Ort: Station 1a (Bahnhofsplatz) | Material: Karte und Luftbild (Download) Panoramafoto Landschaft und Reliefkarte Gemeinde Oberbipp (Bilder) |
| Die Schülerinnen und Schüler verschaffen sich einen Überblick über die Landschaft und die Lage der Fundstelle, die naturräumliche Situation und die Veränderungen in diesem Raum. Nach der Bearbeitung der Aufträge 1 bis 3 soll in einer kurzen Auswertung (Klassengespräch) die Landschaft besprochen werden. Es empfiehlt sich mit der Lage des Dorfes Oberbipp zu beginnen, danach in der Landschaft von oben (Jurakette) nach unten ins Mittelland (und den Alpen im Hintergrund) weiterzufahren. Zum Schluss kann auf den durch Oberbipp fliessende Bach fokussiert werden. Auf dessen Schwemmfächer liegen ein grosser Teil des Dorfes und auch die Fundstelle. Nach dem Klassengespräch können die Schülerinnen und Schüler den Auftrag 4 in Angriff nehmen |

Fragen und Vermutungen
Wo befinden wir uns? Was seht ihr? Könnt ihr euch vorstellen, wie diese Landschaft vor 5000 Jahren ausgesehen haben könnte?
Aufträge und Lernaktivitäten
- Bevor ihr mit dem Erkunden beginnt, schaut zusammen auf der Landkarte nach, wo ihr seid, und sucht auf der Karte die eingezeichnete Fundstelle. Könnt ihr feststellen, wo ihr euch jetzt genau befindet?
- Betrachtet das Flugbild und vergleicht es mit dem Kartenausschnitt: Was ist dabei hilfreicher für euch?
- Besprecht mit Hilfe der Karte und des Luftbildes die Fragen (vergleiche oben) und notiert euch Stichworte dazu.
- Sucht während der Exkursion immer wieder geeignete Standorte, von wo aus ihr die Landschaft möglichst gut sehen könnt, und nehmt Fotos auf.
Wo befinden wir uns? Was seht ihr? Sah diese Landschaft auch vor 5000 Jahren so aus?
Die Klasse befindet sich am Bahnhof Oberbipp (Höhenangabe: 487 m ü. M.). Das Dorf Oberbipp erstreckt sich in nordwestlicher Richtung sanft hangaufwärts.

Am nördlichen Horizont ist der bewaldete Teil des Jurasüdhanges zu erkennen. Dahinter liegen die Gipfel der vordersten (südlichsten) Jurakette wie das Hällköpfli (1232 Meter über Meer). Die leicht gewellte Landschaft ist am Ende einer Eiszeit entstanden.
Weiter hangabwärts in südlicher Richtung folgt das durch die verschiedenen Gletschervorstösse und -rückzüge geprägte Mittelland. Während der letzten Eiszeit (max. Vergletscherung) reichte der Rhonegletscher bis in die Gegend von Wangen an der Aare.
Im Mittelland fliesst die Aare in Richtung Nordosten. Sie war früher ein wichtiger Verkehrsweg, heute hat die Autobahn diese Funktion übernommen. Hinter dem Mittelland sind die Alpen zu sehen.
In dieser Landschaft sind die Burgruine Bipp und die Kirche Oberbipp als markante Punkte erkennbar.
Auf der Karte ist ein Bach in Oberbipp eingezeichnet: der Mühlebach. Er hat sich oberhalb von Oberbipp in die Landschaft «eingefressen» und weiter unten ab der Späteiszeit einen gegen zwei Kilometer breiten Schwemmfächer abgelagert. Der Bach fliesst mitten durch den Dorfkern von Oberbipp. Ein grosser Teil der Häuser des Dorfes ist auf seinem Schwemmkegel gebaut. Auch die Fundstelle, die wir genauer unter die Lupe nehmen wollen, befindet sich auf diesem Schwemmfächer. Wie wir sehen werden, ist der Mühlebach heute in einem Kanal gefasst.

Vor 5000 Jahren existierte kein einziges der heute sichtbaren Gebäude. Ebenso fehlten Einrichtungen wie die Auto- und Eisenbahn.
Die Kulturlandschaft und die Vegetation sahen anders aus als heute. Sie bestanden vor allem aus Wald, Auen und Mooren.
Als zusätzlicher Lernschritt kann die zeitliche Einordnung der in der Landschaft sichtbaren Gebäude und Einrichtungen auf dem Zeitstrahl eingebaut werden (Download).
Auf dem Weg zu Station 1b (Fundstelle)
Die Lehrperson macht die Schülerinnen und Schüler auf die Strassenbezeichnung Steingasse und den kanalisierten Mühlebach sowie die Staubretter im Kanal aufmerksam. Sie regt dazu an, den Auftrag 4 weiterzuverfolgen.
| Weg Bahnhof –Station 1b (Fundstelle Steingasse): 5 Min Bearbeitung Fragen, Aufträge und Lernaktivitäten und Klassengespräch Dauer: 15 min Ort: Station 1b (Fundstelle an der Steingasse) | Material: Karte und Luftbild (Download) Foto Fundstelle bei Entdeckung und alte Karte (Bilder) |
| Die Schülerinnen und Schüler suchen nach Spuren im Gelände und stellen Vermutungen an zur Fundentdeckung und zum Umstand, warum die Fundstelle im Boden verborgen war. Die Fundstelle liegt auf dem Feld rechts des Baumes (s. Foto unten). Damit kein Flurschaden entsteht, sollte die Begutachtung vom Strässchen aus stattfinden. Nach der Bearbeitung der Aufträge 1 bis 4 sollen in einer Auswertung (Klassengespräch) die Fragen besprochen werden. Als Abschluss erzählt die Lehrperson, dass die Archäologen die Fundstelle nach der Entdeckung vorerst einmal abdeckten, um sie zu schützen. Was sie auf der Fundstelle gesehen hatten, liess sie vermuten, dass es sich um etwas handeln musste, das in der Schweiz zuvor sehr selten zum Vorschein gekommen war. Die Fundsituation liess sie zudem hoffen, dass es unter dem Bachgeschiebe viel zu entdecken gab. Die Ausgrabung musste im Büro sorgfältig geplant werden. Vier Monate später startete die Ausgrabung. Die Lehrperson macht die Lernenden darauf aufmerksam, dass bei der nächsten Station zu sehen ist, was bei der Ausgrabung entdeckt worden ist. |

Fragen und Vermutungen
Wo befinden wir uns? Was ist hier zu sehen? Sind Spuren im Gelände erkennbar? Wer hat hier bei welcher Gelegenheit was entdeckt? Warum war die Fundstelle im Boden verborgen?
Aufträge und Lernaktivitäten
- Orientiert euch nochmals auf der Landkarte und dem Luftbild und sucht auf der Karte die eingezeichnete Fundstelle.
- Beobachtet, ob ihr Spuren im Gelände erkennen könnt.
- Sammelt zusammen Fragen und Vermutungen, wer hier bei welcher Gelegenheit was entdeckt hat. Notiert eure Fragen und Vermutungen.
- Diskutiert, warum die Fundstelle im Boden verborgen war. Schreibt eure Vermutungen in Stichworten auf.
Wo befinden wir uns? Was ist hier zu sehen?
Die Klasse befindet sich bei der Fundstelle. Die Perspektive auf die Landschaft ist hier eine andere als auf dem Bahnhofsplatz. Die Fundstelle liegt in der Nähe des Mühlebaches auf dessen Schwemmfächer. Auffällig ist der Name der Strasse, welche entlang dem Bach und mitten durchs Dorf führt. Sie heisst Steingasse.
Die ältesten Gebäude, Burg und Kirche, stehen nicht auf dem Schwemmfächer. Viele Gewerbe- und Bauernhäuser wurden später auf dem Schwemmkegel dem kanalisierten Bach entlang gebaut.
Sind Spuren im Gelände erkennbar?
Wahrscheinlich sind die Lernenden sehr enttäuscht, dass an der Fundstelle nichts entdeckt werden kann. Einige werden darauf kommen, dass hier ja eine Ausgrabung stattgefunden hat und damit alles aus dem Boden entfernt worden ist.
Wer hat hier bei welcher Gelegenheit was entdeckt?
Die Lehrperson zeigt das Bild, wie sich die Situation gezeigt hat, als die Archäologinnen und Archäologen zur Fundstelle kamen.

Aus der Wiese ragte ein überdimensionierter Stein. Das hat den Landwirt schon lange gestört. Deshalb beschloss er 2011, ihn mit dem Bagger zu entfernen. Doch als er mit seinem Enkel den Stein zu bewegen versuchte, kamen Knochen zum Vorschein. Den beiden war schnell klar, dass der riesengrosse Stein aus einem besonderen Grund hier in der Erde lag. Vorbildlich haben sie Meldung beim Archäologischen Dienst (bei den Archäologen) gemacht.
Warum war die Fundstelle im Boden verborgen?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir den Mühlebach genauer unter die Lupe nehmen. Er ist heute kanalisiert, was auf der Karte deutlich zu erkennen ist. Der Bachlauf führt gradlinig hangabwärts Richtung Bahnhof. Das war nicht immer so:
Der Bach wählte ursprünglich sein Bachbett selbst. Im steilen Gelände fliesst der Bach schnell (Schwerkraft) und es bilden sich Rinnen in der Erdoberfläche (Erosion). Je länger und je mehr Wasser sich einen Hang hinabbewegt (z. B. bei einem Unwetter / einem Hochwasser), desto tiefer werden diese Narben an der Oberfläche, und immer mehr festes Erdmaterial und Steine werden mitgerissen. Im flachen Gelände fliesst der Bach langsamer als im steilen Gelände. Das Wasser hat weniger Kraft, um das Erdmaterial und die Steine weiterzutragen. Es kommt zu Ablagerungen (Sedimentation). Zuerst bleiben die schweren Brocken liegen. Die leichten Sandkörner hingegen schweben noch ein ganzes Stück weiter. So ist der Schwemmfächer von Oberbipp entstanden, wo die Fundstelle liegt. Im Laufe der Zeit wurde der Fundort von Wasser umspült, dabei wurden einerseits Erdmaterial und Steine weggespült, aber auch viel Material (von hangaufwärts) abgelagert. Die Fundstelle wurde so nach und nach von Bachgeschiebe bedeckt.
Es ist wohl kein Zufall, dass die Gasse entlang des Baches Steingasse heisst.
Wie bereits erwähnt, finden wir wichtige Gebäude aus dem Mittelalter wie die Burg oder die Kirche von Oberbipp auf der Karte an geschützten Stellen vom Bach. Die meisten älteren Bauern- und Gewerbehäuser (Mühlen, Sägereien etc.) liegen hingegen entlang des kanalisierten Baches.

Die Menschen begannen offensichtlich das Wasser des Baches zu nutzen. Sie kanalisierten den Bach zur besseren Berechenbarkeit und für eine gezielte Nutzung der Wasserkraft. Mit Schleusen und Wehren konnten sie den Bach auf unverbautes Land (auf Weiden) umleiten und dieses bewässern. Das Gras wuchs dort üppiger und schneller. Die feinen Mineralien und Schwebeteilchen im Wasser wirken wie Dünger. Es wird vermutet, dass wie andernorts (z. B. bei Langenthal) sogenannte Wässermatten mit verzweigten Kanalsystemen regelmässig so gedüngt wurden (vgl. Karte mit Wasserkanälen im östlichen Teil von Oberbipp). Über die Jahrhunderte wurden feine Schwebestoffe (Sedimente) zur Fundstelle geschwemmt und bedeckten sie schliesslich fast gänzlich. Irgendwann schaute bei der Fundstelle nur noch die Spitze eines Steins aus dem Erdreich.
2. archäologische Spuren handelnd erschliessen
| Weg Fundstelle – Station 2 (Rekonstruktion bei der Kirche): 5 Min Bearbeitung Fragen, Aufträge und Lernaktivitäten und Klassengespräch Dauer: 20 min Ort: Station 2 (Rekonstruktion Dolmen, hinter der Kirche Oberbipp) | Material: Arbeitsblatt 1 (Download) |
| Die Schülerinnen und Schüler ertasten, vermessen und zeichnen die Steinkammer. Nach der Ausgrabung wurde hinter der Kirche beim Friedhof ein geeigneter Standort für den Wiederaufbau der Anlage (Rekonstruktion) gefunden. Damit die Schülerinnen und Schüler dem Objekt nach wie vor unvoreingenommen begegnen können, sollte anstelle von «Dolmen» oder «Grabanlage» von «Anlage» oder «Steinkammer» gesprochen werden. Nach der Bearbeitung der Aufträge 1 bis 5 sollen in einer Auswertung (Klassengespräch) die Fragen besprochen werden. |

Fragen und Vermutungen
Was ist da zu sehen? Was nehmen wir hier Besonderes wahr? Was ist echt/original? Was ist Rekonstruktion? Wieso? Wie viele Schülerinnen und Schüler finden in der Steinkammer Platz (stehend, sitzend oder liegend)?
Aufträge und Lernaktivitäten
- Betrachtet die Anlage von verschiedenen Seiten. Ertastet alle Steine. Gibt es Unterschiede? Findet ihr heraus, welche Steine echt/original sind und welche nicht.
- Erstellt auf dem Arbeitsblatt 1 eine Skizze und tragt eure Vermutungen ein.
- Schreitet die Länge und Breite der Anlage ab und zählt eure Schritte. Tragt die Zahlen auf dem Arbeitsblatt 1 ein. Messt euren Schritt mit dem Metermass und notiert das Resultat im Arbeitsblatt. Nun könnt ihr die Länge und Breite der Anlage in Metern berechnen.
- Messt die Höhe der Steinkammer mit dem Klappmeter. Vergleicht die gemessene Höhe mit eurer Körpergrösse. Tragt euer Resultat im Arbeitsblatt ein.
- Schätzt und notiert, wie viele Kinder in der Steinkammer stehend, sitzend oder liegend Platz finden.
Was ist da zu sehen? Was nehmen wir hier Besonderes wahr? Was ist echt/original? Was ist Rekonstruktion? Wieso?
Wir sehen eine Anlage mit vier grossen Steinen, die paarweise die Seitenwände einer Kammer bilden und eine mächtige Deckplatte tragen. Diese Deckplatte ist grob trapezförmig zugerichtet. Es wurden verschiedene Steinarten verwendet, was sich vor allem an der Oberflächenbeschaffenheit und der Farbe zeigt.
Die mächtige Deckplatte aus Granit sowie die Kalksteinplatten des Kammerbodens sind als Originale wieder verlegt worden.
Leider sind die tragenden Seitensteine aus Granit und die Gneisblöcke, die den Eingang flankierten, durch die lange Bodenlagerung mürbe geworden und mussten durch andere Steine ersetzt werden.
Die Steinkammer besass in ihrem originalen Zustand einen hinteren Abschluss aus einem Gneisblock und einen vorderen aus einer Tuffplatte. Beide Steine waren so schlecht erhalten, dass ihre Form und Lage sich nicht rekonstruieren liessen.
Die Steinkammer ist 2 Meter lang, 2,4 Meter breit und 1 Meter hoch.
Der Deckstein wiegt 7,5 t. Zum Vergleich: Der Deckstein ist so schwer wie zwei ausgewachsene Elefantenweibchen oder etwa 7 kleinere Autos …
Wie viele Kinder finden in der Steinkammer Platz?
Die Schülerinnen und Schüler vergleichen ihre Schätzungen und Resultate
Die Klasse testet zum Abschluss, wie viele Kinder stehend, sitzend oder liegend Platz finden.
3. archäologische Spuren deuten
| Bearbeitung Aufträge, Lernaktivitäten, Expertenkarten und Klassengespräche Dauer: 30 min Ort: Station 2 (Rekonstruktion Dolmen, hinter der Kirche) | Material: Fotostrecke, Abb. 5–16 (Bilder) Expertenkarten zur Frage «Wer hat sie für wen gebaut?» (Download) Arbeitsblätter 2–7 (Download) |
| Die Schülerinnen und Schüler versuchen die Anlage zu deuten. Die zentrale Frage «Wofür könnte die Anlage verwendet worden sein?» wird nach einer kurzen Vermutungsphase im Plenum mithilfe einer Fotostrecke geklärt. Ab Bild 5 werden die Schülerinnen und Schüler merken, dass es sich um ein Grab handelt. In einem zweiten Schritt äussern die Lernenden ihre Vermutungen zur zweiten Frage «Wie alt könnte die Anlage ungefähr sein?». Die Lehrperson kommentiert die Lösungen. Für die Klärung der Frage «Wer hat die Anlage für wen gebaut?» wählen die Lernenden ein Expertenthema aus, bearbeiten das Arbeitsblatt dazu und bereiten sich mit Hilfe einer Expertenkarte auf eine Kurzpräsentation in einer Expertenrunde vor. Die Expertenthemen unterscheiden sich aufgrund ihres Schwierigkeitsgrades. Expertenthema 1 (leicht): Lage der Toten in der Grabanlage, Expertenthema 2 (leicht): Geschlecht und Alter der Toten, Expertenthema 3 (schwierig): Ernährung, Expertenthema 4 (schwierig): Verwandtschaften. Die beiden letzten Fragen «Woher stammen die Baumaterialien?» und «Was braucht es für Fähigkeiten, Können und Techniken, um eine solche Anlage zu bauen?» bereiten die Gruppen mit Hilfe der Arbeitsblätter 6 und 7 vor. Im Anschluss können die Lösungen im Plenum besprochen werden. |
Fragen und Vermutungen
Wofür könnte die Anlage verwendet worden sein? Wie alt könnte die Anlage ungefähr sein? Wer hat sie für wen gebaut? Woher stammen die Baumaterialien? Was braucht es für Fähigkeiten, Können und Techniken, um eine solche Anlage zu bauen?
Aufträge und Lernaktivitäten
- Notiert eure Vermutungen zu den beiden ersten Fragen «Wofür könnte die Anlage verwendet worden sein?» und «Wie alt könnte die Anlage ungefähr sein» (Bearbeitungszeit 4 Minuten).
- Wählt zur Frage «Wer hat die Anlage für wen gebaut?» ein Expertenthema aus.
- Bearbeitet das Arbeitsblatt zum Expertenthema.
- Stellt in der Expertenrunde die Forschungsresultate zu eurem Thema vor.
- Löst zu den beiden letzten Fragen «Woher stammen die Baumaterialien?» und «Was braucht es für Fähigkeiten, Können und Techniken, um eine solche Anlage zu bauen?» die Arbeitsblätter 6 und 7.
Wofür wurde die Anlage wohl verwendet?
Die Skelette haben es verraten… Es wurden massenhaft Knochen und einige Schädel entdeckt. Es ist ein Grab, und zwar nicht nur von einer Person, sondern gleich von mehreren (Kollektivgrab).
Archäologinnen und Archäologen erkannten schon bei der Entdeckung anhand der Konstruktion der Anlage, dass es sich um ein sogenanntes Dolmengrab handeln muss.
Derartige monumentale Grabbauten sind ihnen aus weiten Teilen Europas bekannt (z. B. Bretagne, Dänemark). In der Schweiz sind allerdings gut erhaltene Dolmengräber wie in Oberbipp selten.
Übrigens kommen solche Gräber auch in den Asterix-Heften vor und werden «Hünengräber» genannt (z. B. «Die goldene Sichel»).
Bei der Ausgrabung der Steinkammer sind die Skelette zahlreicher Menschen geborgen worden und es war nicht einfach, deren Zahl zu bestimmen. Die Klasse hat festgestellt, dass nicht eine ganze Schulklasse in der Steinkammer Platz hat. Das Forscherteam stellte im Labor bei der Untersuchung der Knochen fest, dass die Reste von mindestens 42 Skeletten in der Steinkammer lagen.
Wie ist diese Differenz zu erklären?
Die Toten können nicht gleichzeitig in der Kammer abgelegt worden sein. Sie müssen nach und nach über mehrere Generationen in die Steinkammer gekommen sein. Die Knochen älterer, verwester Toter mussten bei einer neuen Unterbringung einer Leiche zum Teil beiseite geräumt werden.
Wie alt könnte die Anlage ungefähr sein?
Mithilfe der Oberschenkelknochen konnten Chemiker im Labor (mit der Radiokarbonmethode) herausfinden, dass die meisten Menschen ungefähr um 3200 bis 3100 vor Christus beerdigt wurden. Diese Phase der Jungsteinzeit nennt man nach einem Fundort am Zürichsee auch «Horgener Kultur».
Auswertung der Expertenrunde
Wer hat die Anlage für wen gebaut?
Bei der Anlage handelt es sich um ein Dolmengrab. Damit steht auch fest, dass die Anlage für Tote gebaut wurde.
Wenn es um Tote geht, erfordert es viel Fingerspitzengefühl und grosse Sorgfalt und es müssen Forensiker beigezogen werden – wie im Krimi. Sie kennen sich mit Toten und Skeletten aus. Um spätere Analysen der Knochen möglich zu machen, wurde mit Handschuhen und Mundschutz gearbeitet (Vermeidung Kontamination).

Neben dem Zeichnen und Fotografieren der verschiedenen Ebenen der Dolmenfüllung wurden ein Modell des Dolmens rekonstruiert, in welchem die Position jedes einzelnen Knochens dargestellt werden konnte.
Für Laboranalysen wurden zahlreiche Proben genommen.
Mit der Darstellung der Resultate im Modell konnten mindestens 42 Verstorbene identifiziert werden.
Die Toten waren parallel neben- und übereinander platziert, gestreckt auf dem Rücken oder leicht zur Seite gedreht bestattet. Die Schädel lagen meist beim Eingang im Südosten. Eine Person wurde möglicherweise in sitzender Stellung in der Nähe des Eingangs beigesetzt.

Die Untersuchung des Knochenmaterials zeigte, dass alle Altersgruppen und Geschlechter vertreten sind: Männer, Frauen und Kinder. Nicht alle Erwachsenen starben jung, einige erreichten ein Alter zwischen 40 und 60 Jahren.

Neben Sterbealter und Geschlecht können mithilfe der Analyse der Knochen und Zähne auch Fragen zu Todesursache, Gesundheitszustand und Ernährungsgewohnheiten der Bestatteten untersucht werden.
Viele Zähne der Toten wiesen Karies auf. Karies ist eine Zahnkrankheit. Bakterien im Mund produzieren Säuren, welche die oberste Schutzschicht des Zahnes (Zahnschmelz) schädigen. Die Bakterien ernähren sich von Zucker und anderen Kohlenhydraten. In der Jungsteinzeit kannten die Leute Zucker noch nicht. Die Karies kam vom Essen von Getreide in Form von Brei und Brot.
Alle Personen zeigten eine Laktoseintoleranz. Das heisst, die Leute vertrugen keine Milch. Daraus lässt sich schliessen, dass Kühe wohl nicht gehalten wurden, um Milch zu gewinnen, sondern man ass ihr Fleisch oder nutzte sie anderweitig (als Zugtiere, als Lieferanten von Leder und Knochen).
Frauen und Männer assen etwa gleich viel Fleisch.
Erst in den letzten Jahrzehnten wurden molekulargenetische Analysen entwickelt (aDNA-Analysen von ancient DNA). Mit ihnen lassen sich anhand von Erbgutresten aus dem Knochenmaterial zusätzlich Informationen zu Verwandtschaften und Herkunft einer verstorbenen Person gewinnen.
Das Forschungsteam identifizierte so unter den insgesamt 42 bestatteten Personen drei Generationen einer Familie, und zwar einen Grossvater mit zwei Söhnen, welche Halbbrüder waren und je wiederum einen Sohn hatten.


Während die Männer im Dolmengrab also teilweise miteinander verwandt waren und aus der Region Oberbipp stammten, konnten die genetischen Mütter, Schwestern und Töchter dazu nicht unter den Bestatteten nachgewiesen und auch sonst keine Verwandtschaften unter den Frauen erkannt werden, obwohl es unter der Bestatteten auch Frauen hatte. Sie kamen möglicherweise von weiter her, vermutlich aus anderen Regionen des Mittellandes. Vielleicht zogen sie ins Dorf oder auf den Hof des Mannes, um zu heiraten.
Das Resultat zu den Verwandtschaften war für die Forschenden eine grosse Überraschung und konnte nur erzielt werden, da besonders geeignetes Probematerial zur Verfügung stand. Dank der Lage im Bachgeschiebe war die Grabanlage gut geschützt. Ein Glücksfall für die Archäologie!
Wer hat die Anlage gebaut?
Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Vielleicht bauten die Nachfahren der ersten Generation die Anlage für ihre Eltern. Zum Teil wurden sie später vielleicht selbst dort bestattet.
Auswertung: Baumaterialien und Knowhow für das Bauen eines Dolmens
Woher stammen die Baumaterialien? Wieso können wir das so deuten?
Schon durch Beobachten und Ertasten ist erkennbar, dass beim Dolmen verschiedene Gesteine zum Einsatz kamen. Gesteine haben unterschiedliche Entstehungs- und Verlagerungsgeschichten. Durch Vergleiche kann bestimmt werden, ob ein Gestein lokal vorhanden ist, oder woher ein Gestein stammt.
Die Granit- und Gneisblöcke, welche für die Grabkammer benutzt wurden, stammen ursprünglich aus dem Gebiet der Alpen (Wallis). Sie wurden in der letzten Eiszeit vom Rhonegletscher in die Region transportiert.

Für die Keilsteine der in Gruben eingesetzten, senkrechten Steinblöcke und die Bodenplatten wurde Jurakalkstein – ein hangaufwärts in der Nähe vorkommendes Gestein – benutzt.
Auch die Tuffplatte dürfte von hangaufwärts stammen. Kalktuff entsteht durch Kalkablagerungen bei Quellen.
Was braucht es für Fähigkeiten, Können und Techniken, um eine solche Anlage zu bauen?
Auf der Grabung wurde die 7.5 Tonnen schwere Deckplatte mit einem Fahrzeugkran von der Anlage gehoben. In der Jungsteinzeit standen keine so modernen Technikgeräte zur Verfügung.
Das Forschungsteam vermutet, dass die Steinblöcke aus einer Distanz von um die 10 Kilometer zur Baustelle geschafft werden mussten. Um die mehrere Tonnen schweren Steine zu transportieren und in Position zu bringen, braucht es verschiedene Transport- und Hebetechniken.
![]() | ![]() |
Experimente legen nahe, dass die Steinblöcke zum Beispiel auf eine Plattform aus Holz gehoben worden sein könnten. Mit Seilen lassen sich diese «Schlitten» über parallel nebeneinander liegende Rundhölzer ziehen. Im Experiment reichten dazu rund 20 Helfer.
Sicher braucht es eine gute Organisation, ein paar starke Leute, die helfen, und viel Zeit.

4. archäologische Spuren bewerten
| Bearbeitung Aufträge und Lernaktivitäten Dauer: 15 min Ort: Station 2 (Rekonstruktion Dolmen, hinter der Kirche) im Klassenzimmer Ggf. Weg Kirche Oberbipp – Bahnhof: 5 min | Material: Bearbeitete Unterlagen Handlungsaspekte 1–3 |
| Die Schülerinnen und Schüler versuchen, einen Aspekt zu bewerten. Unter «Vertiefung» und «weiterführend» finden sich ausgewählte Angebote zur archäologischen Vermittlung und zu Museen, zu Filmen und zu Websites sowie zu Literatur und zu Lehrmitteln. |
Fragen und Vermutungen
Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind zwischen früherem und heutigem Bestattungswesen zu beobachten?
Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten finden sich zwischen der heutigen und früheren Bautechnik?
Was hat man zur Lebensgemeinschaft der hier Bestatteten herausgefunden (Umgang miteinander, Organisation, Hierarchien, Männer, Frauen und Kinder)? Wie?
Was hat man zur Lebensweise (Ernährung, Wirtschaftsweise etc.) der hier Bestatteten herausgefunden? Wie?
Hat man Erkenntnisse zu Glaubens- und Jenseitsvorstellungen der hier Bestatteten gewonnen? Wenn ja, wie und welche? Wenn nein, weshalb nicht?
Was weiss man sonst über die Jungsteinzeit?
- Wo gibt es bedeutende Fundstellen der Jungsteinzeit?
- Worauf stossen die Forscherinnen und Forscher bei archäologischen Ausgrabungen jungsteinzeitlicher Fundorte und was finden sie?
- Was verraten die Fundsituationen und die ausgegrabenen Funde über das Leben der Menschen und die Gesellschaft in der Jungsteinzeit (Wohnen, Nahrung, Hausrat, Kleidung, Werkzeuge und Waffen, Schmuck etc.)?
- Welchen Beitrag dazu leistet die Erforschung des Dolmens von Oberbipp?
Wie funktioniert archäologische Forschung?
Aufträge und Lernaktivitäten
- Sucht auf dem Zeitstrahl möglichst genau die Epoche, welche zu diesem archäologischen Fundort passt.
- Wählt eine der obenstehenden Fragen aus, die ihr in der Schule vertiefen wollt. Sammelt dazu nochmals Informationen und notiert eure Gedanken.
weiterführend
Vertiefung vor Ort
- Vergleich der Grabanlage des Dolmens mit dem heutigen Friedhof.
- Für eine bessere Landschaftsübersicht eine Wanderung weiter hangaufwärts unternehmen.
Vertiefung im Schulzimmer
- Die Schülerinnen und Schüler reflektieren ihre Erlebnisse und Erkenntnisse und überarbeiten die ausgefüllten Arbeitsblätter und ihre eigenen Notizen.
- Ausgehend von den ausgefüllten Arbeitsblättern und ihren eigenen Notizen bearbeiten die Schülerinnen und Schüler die beim Handlungsaspekt 4 «archäologische Spuren bewerten» von ihnen gewählte Frage. Sie verarbeiten und ergänzen dabei ihre Vermutungen, Überlegungen und Resultate zu den Aufträgen und Lernaktivitäten (Beobachtungsnotizen, Zeichnungen, Pläne, Fotos, Erlebnisse und Schlüsse) der Exkursion. Als Präsentationsformen eignen sich Memoflip, Minibook, Poster, Exkursionsbericht (weitere Ideen vgl. https://www.iqesonline.net)
- Vertiefung in die Rekonstruktion von Vergangenheit (NMG 9.3) und archäologischen Quellen (zum Beispiel mit dem Archäologiekoffer und/oder einem Museumsbesuch: weiterführend).
- Auseinandersetzung mit dem Zeitbegriff, der Zeit als Konzept und der Nutzung des Zeitstrahls (NMG 9.1), mit der Rekonstruktion von Vergangenheit (NMG 9.3) und mit Dauer und Wandel (NMG 9.2) mittels dem didaktisch aufgearbeiteten Lernarrangements wie «Zeitreise – Von Wandel und Dauer erzählen» von Katharina Kalcsics (2019) und Ideenset Pfahlbau (weiterführend).
- Beschreiben und reflektieren der menschlichen Grunderfahrungen Sterben, Tod, und Umgang mit Verstorbenen (LP 21, NMG 11 und 12).
In der näheren Umgebung
- Kirche Oberbipp: Vorgängerkirche, frühmittelalterlicher Friedhof und Reste des römischen Gutshofes unter der Kirche besichtigen (Anmeldung via Kirchensekretariat: Tel. 032 636 31 58).
Archäologische Vermittlung und Museen
- Menhire Yverdon-les Bains, Clendy: Auf einer Länge von 50 Metern finden sich zwei Reihen (Alignements) von Menhiren mit geometrischen oder menschenähnlichen Formen. Die Anlage ist ein weiterer Zeuge für monumentale Steinbauten in der Jungsteinzeit. https://yverdonlesbainsregion.ch/de/poi/menhire-von-clendy
- Archäologischer Lernort Grabhügel von Langenthal: Im Norden von Langenthal, in der Flur Unterhard, befindet sich eine der bedeutendsten Nekropolen aus der älteren Eisenzeit (800–450 v. Chr.) im Schweizer Mittelland. Jüngere römische und frühmittelalterliche Gräber belegen, dass dieser Platz über einen Zeitraum von knapp 1500 Jahren benutzt wurde. https://archaeologie.ideenset.ch/grabhuegel-von-langenthal/
- Archäologischer Lernorte Burgruine bei Melchnau: In Melchnau erhebt sich dicht hinter der Dorfkirche der Schlossberg. Er umfasst mit den Überresten der Burgruinen Grünenberg und Langenstein einen ausgedehnten Burgenkomplex auf engstem Raum – ein Brennpunkt des mittelalterlichen Adels im Oberaargau.
https://archaeologie.ideenset.ch/burgruine-bei-melchnau/ - Aussenstelle des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern: Das von Rütte-Gut in Sutz am Bielersee beherbergt mit der Tauchbasis und dem Dendrolabor eine Aussenstelle des Archäologischen Dienstes. Gleichzeitig ist es Standort der jungsteinzeitlichen «Pfahlbau»-Fundstelle Sutz-Lattrigen, Rütte, die seit 2011 Unesco-Welterbe ist. Dieser Archäologie-Hotspot kann von Schulklassen ab dem Zyklus 2 im Rahmen einer 90-minütigen Führung besucht werden. Diese wird vom Partner ur.kultour durchgeführt. https://www.kultur.bkd.be.ch/de/start/dienstleistungen/dienstleistungen-archaeologie/fuehrungen.html
- Im Archäologischen Lernort Sutz-Lattrigen, Rütte erfahren Schulklassen, wie die archäologische Fundstelle aus der Jungsteinzeit mit Unesco-Welterbe-Status entdeckt wurde und heute erforscht wird. Den Archäologischen Lernort können Schulklassen mit Hilfe didaktischer Unterlagen auf eigene Faust erkunden. Die Lernmaterialien wurden in Kooperation zwischen dem Archäologischen Dienstes des Kantons Bern und der PHBern entwickelt. https://archaeologie.ideenset.ch
- Im Bernischen Historischen Museum (BHM) befinden sich in der reichhaltigen Dauerausstellung viele jungsteinzeitliche Funde aus dem Kanton Bern. https://www.bhm.ch/de/besuch/schulen
- Im Archäologischen Museum Kanton Solothurn im Haus der Museen in Olten werden die vielfältigen Hinterlassenschaften aus der Jungsteinzeit aus dem Nachbarkanton Solothurn präsentiert.
https://hausdermuseen.ch/archaeologisches-museum - In der Pfahlbausiedlung Wauwil wurden die ältesten Pfahlbauhäuser der Schweiz nachgebaut. Der Archäologische Lernpfad und die Pfahlbausiedlung können ohne Führung frei besichtigt werden. Die Pfahlbauhäuser sind für Schulklassen mit einer Führung oder einem Workshop zugänglich.
https://www.pfahlbausiedlung.ch
Filme:
- Pfahlbauer von Pfyn: https://www.srf.ch/play/tv/sendung/pfahlbauer-von-pfyn?id=0d0406dc-8b79-495d-9915-ecdee6c9c6eb
- Zurück in die Steinzeit: https://www.planet-schule.de/schwerpunkt/zurueck-in-die-steinzeit/index.html
Websites:
- Informationsflyer des Archäologischen Dienstes zum Downloaden: https://www.kultur.bkd.be.ch/de/start/themen/archaeologie/publikationen-archaeologie/weitere-publikationen-archaeologie.html
Literatur und Lehrmittel:
- Informationsflyer des Archäologischen Dienstes: «Oberbipp – Der neolithische Dolmen», «Archäologie im Kanton Bern» (vgl. weiter oben, Websites)
- Archäologischer Dienst des Kantons Bern (Hrsg.) (2013) Die Pfahlbauer. Am Wasser und über die Alpen. Bern.
- Kalcsics, K. (2019) «Zeitreise – Von Wandel und Dauer erzählen». Bern 2019. https://www.lernwelten-nmg.ch/_file/462/svplus-lernwelten-wb-1-2z-zeitreise-von-wandel-und-dauer-erzaehlen.pdf
- Archäologiekoffer Pfahlbauten, Archäologischer Dienst des Kantons Bern / Pädagogische Hochschule Bern: https://www.kultur.bkd.be.ch/de/start/dienstleistungen/dienstleistungen-archaeologie/archaeologieangebote-fuer-schulen/archaeologiekoffer.htm
- Ideenset Pfahlbau, Pädagogische Hochschule Bern: https://www.phbern.ch/dienstleistungen/unterrichtsmedien/ideenset-pfahlbau
Mitnehmen
- Schreibzeug: Bleistift, Radiergummi, Farbstifte
- Klemmbrett als Unterlage
- Fotoapparat oder Smartphone
- eventuell Feldstecher
- Klappmeter
- eventuell Kompass
- Bild- und Kartenmaterial: ausgedruckt und eventuell laminiert (Download)
- Expertenkarten: ausgedruckt und eventuell laminiert (Download)
- Arbeitsblätter: ausgedruckt (Download)
- Zeitstrahl (Download)
- Flyer «Der neolithische Dolmen» (Download)
Bilder




















Download
Anreise
Anfahrt mit Bahn
Anreise mit dem Zug nach Oberbipp (Linie Solothurn – Oensingen – Langenthal, Fahrplan).
CC-BY-SA
Konzept: ADB und PHBern
Didaktische Überlegungen: Anna Barbara Widmer, ADB, und Martin Furer und Pascal Piller, PHBern
Texte: Anna Barbara Widmer, ADB
Wissenschaftliche Inhalte, Korrektorat: Anna Barbara Widmer und Andrea Lanzicher, ADB, und Brigitte Andres, ADB
Titelbild: Anna Barbara Widmer